Einen Mittelpunkt ausgemacht, den hat es in vielen Ländern, verbunden mit mal mehr und mal weniger Popularität. Ein technisches Mass, triviale Sache also?
Nicht so in Deutschland. Hier kennt man gleich mehrere Mittelpunkte, abgeleitet aus unterschiedlichen Bestimmungsmethoden. Im akademisch geprägten Deutschland, wie es sich geschickt mit Tourismus-Marketing verquickt, musste das wohl so kommen.
Ein Blick auf die Liste der vielen Mittelpunkte zeigte aber auch: hier lässt sich wunderbar ein witziger Aspekt in einer Tour kombinieren. So war die Idee geboren, Deutschland von seinen Mitten aus kennenzulernen.
Noch einige weitere Crews fanden diese Idee reizvoll. So trafen wir uns am Vorabend für ein richtig schön gemütliches Beieinander, genossen das Wiedersehen oder Kennenlernen im Terrassenhof des Gasthaus Jütte in Ebergötzen, bei leckerem Grillbuffet und erfrischenden Getränken.
Entgegen aller bisherigen Wetterprognosen, machte die bis dahin regelrecht prügelnde Sonne eine Pause und es fuhr für diesen Tag ein Kaltluftkeil ein. Der allgemeinen Freude an der Ausfahrt machte dies keinen Abbruch. Immerhin konnten wir durchweg offen fahren, gegen Abend dann machte der Himmel wie eine Erscheinung wieder blau auf.
Folgende Auswahl an Mittelpunkten besuchten wir. Wir starteten gleich in der Nähe in Krebeck, fuhren in einen Bogen durch die Ausläufer des Südharz und des Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal
Mittelpunkt Krebeck nach 3D-Modell: mit einem Reliefmodell Deutschlands wird der Schwerpunkt ermittelt, also gegenüber einer flachen Karte auch der Höhenzüge Rechnung getragen.
Mittelpunkt Flinsberg nach aufsummiert in alle Richtungen, der minimalen Abstand zur Staatsgrenze.
Mittelpunkt Niederdorla, ermittelt anhand des Schnittpunktes aus einem Rechteck, welches von Breiten- und Längengraden begrenzten Gebietes gebildet wird
Mittelpunkt Mihla, ermittelt per minimaler Entfernungssumme nach Aufteilung der Landesfläche in (quadratische) Teilflächen (erster Fermat-Punkt)
Bevölkerungsmittelpunkt zwischen Spangenberg und Pfieffe, ermittelt als der Punkt, zu dem alle Einwohner Deutschlands durchschnittlich den kürzesten Weg haben.
Mittelpunkt Besse nach Schnittpunktmethode, ermittelt durch den Kreuzungspunkt der Linien zwischen den äussersten Punkten Deutschlands zwischen den Himmelsrichtungen.
In der Regel waren die Mittelpunkte per Stein oder Säule gut markiert, boten so einen schönen Treffpunkt und Gelegenheit für einmalige Fotos. Nur in Mihla und beim Bevölkerungsmittelpunkt musste man die Imagination fliegen lassen.
An den Mittelpunkten verweilten wir jeweils oder liefen gar ein kurzes Stück, die Landschaft und den Austausch untereinander geniessend.
Bevölkerungsmittelpunkt
In Niederdorla hatten wir es bei einem vorzüglichen Mittag im Saal der Dorfkrug Schenke Niederdorla extra gut. Feucht fröhlich klang der Sonntag im Brauhaus Knallhütte bei Kassel aus.
Wir fuhren am 13. Juli 25 einen Sonntags-Nachmittag Sunset Drive zur Ausstellung über das Leben der «Bugatti Queen» Hellé Nice – Die schnellste Frau der Welt. Danach sausten wir auf eine kleine kurvige Ausfahrt in der Region zwischen Bodensee und Donautal und kehrten zum Nachtessen hoch über dem Bodensee ein.
Die französische Autorennfahrerin Hellé Nice begann ihre Karriere als Nacktmodell und Tänzerin in Paris. Doch die Pariser Bühnen reichten nicht aus, um ihren Hunger nach Freiheit zu stillen. Ihre wahre Leidenschaft entfaltete sich auf den Rennstrecken, wo sie zur Ikone des Motorsports aufsteigen sollte.
In den 20er und 30er Jahren war sie eine der bekanntesten Rennfahrerinnen weltweit. Sie stieg in einer Zeit ins Rennfahrgeschäft ein, als Frauen in diesem Bereich eine absolute Ausnahme waren.
Sie nahm das Steuer als Ausdruck ihrer Freiheit und Unabhängigkeit – das Brüllen der Motoren als Musik ihrer Zeit. Mit Stil, Eleganz und einer unbezähmbaren Kühnheit eroberte sie die Rennstrecken Europas und der Welt.
Dabei war ihr Name stets verbunden mit der Marke Bugatti, deren Perfektion und Ästhetik ihre eigene Leidenschaft und Risikobereitschaft widerspiegelte.
Mit ihren Autos von Bugatti und Alfa Romeo trat sie in vielen großen Rennen an. Sie stellte Geschwindigkeits- und Langstreckenrekorde auf.
Hellé Nice war jedoch mehr als nur eine Rennfahrerin. Sie war ein Symbol für Freiheit und weibliche Stärke in einer Zeit, in der das Undenkbare Realität wurde. Ihr Leben führte sie von den Pariser Salons über die Filmwelt bis hin zu den gefährlichsten Rennstrecken der Welt. Sie trat gegen die größten Fahrer ihrer Zeit an und hielt mit ihnen Schritt, auch wenn sie oft als Außenseiterin betrachtet wurde.
Zahlreiche Männer umschwärmten über viele Jahre hinweg die sehr attraktive, sportliche junge Frau, doch ihre Geliebten starben in ihren Rennautos.
Sie selbst verunglückte 1936 schwer in Sao Paulo. Ein Comeback scheiterte an übler Nachrede, welche ungerechtfertigt ihre Karriere ruinierte. Zurückgezogen und in Armut lebend starb sie 1984. Erst nach ihren Tod wurde Mariette Hélène Delangle, bekannt als Hellé Nice, wieder entdeckt – als die Frau, die gegen alle Widerstände zur Bugatti Queen wurde und die Grenzen des Möglichen neu definierte.
Die Bugatti Type 35 „Grand Prix» ist ein Sportwagen aus der zweiten Hälfte der 1920er Jahre, entwickelt vom französischen Automobilhersteller Bugatti. Mit einem bis heute unübertroffenen Rennrekord von über zweitausend Siegen, darunter fünf aufeinanderfolgende Erfolge bei der Targa Florio, gilt sie nicht nur als die berühmteste Bugatti, sondern auch als eines der prägendsten Fahrzeuge in der Automobilgeschichte. Der Mythos der „Bugatti Vollblüter» nahm ebenfalls in dieser Ära seinen Anfang.
Die Type 35 wurde ab 1924 in den Bugatti-Werkstätten in Molsheiu Dorlisheim im Elsass entworfen und erlebte zahlreiche mechanische Weiterentwicklungen, insbesondere beim Reihenachtzylindermotor, was zur Entstehung verschiedener Versionen führte: Type 35, 35A, 35C, 35T, 35B,, 37, 37A, 39 und 39A. Die Type 35, als besonders elegant angesehen, brachte auch bedeutende technische Innovationen in die Automobilindustrie. Bis 1930 wurden fast 640 Exemplare produziert.
Obwohl sie nicht besonders leistungsstark ist – die Motoren erreichen zwischen 60 und 140 PS – konnte sich die Type 35 fast ein Jahrzehnt lang im Grand-Prix-Sport behaupten, vor allem dank ihres stabilen Fahrverhaltens und ihrer Zuverlässigkeit.
Anfang der 1930er Jahre wurde sie jedoch von den italienischen Alfa-Romeo- und deutschen Mercedes-Benz-Sportwagen abgelöst, die unter anderem durch die Unterstützung ihrer jeweiligen Regierungen profitieren konnten. (Die Hintergründe dazu konnten wir zuletzt beim Cabri-Ohhhh! 25 – Cabriogasm im Taunus an der Saalburg kurz ansprechen)
Hellé Nice stellte auf Einladung von Ettore Bugatti mit diesem Fahrzeug einen Geschwindigkeitsrekord von 196.871 km/h über 5 km (beste Runde 197.7 km/h) auf.
Die Ausstellung im MAC Singen https://www.museum-art-cars.com/ausstellung/bugatti-queen/ vermittelt über drei grosse Räume hinweg einen kleinen Eindruck in diese wilde Zeit der 20er und das bewegte Leben der Hellé Nice. Die Leihgaben stammen von Red Runner, Bugatti Trust Archive und der Sammlung Schlumpf.
Im Anschluss an eine «Achterbahnfahrt» in der Region zwischen Bodensee und Donautal liessen wir es uns mit fantastischer Aussicht über den Hegau und auf den Bodensee gut gehen.
Distanz mit Anfahrt: 140 km im Anstieg: 2428 m höchster Punkt: 847 m
Unsere Pfingst-Ausfahrt, diesmal über den Odenwald in das Taunus Gebirge.
Bei Öhringen versammelten wir uns Freitag Abend und genossen begleitet durch regem Austausch ein vorzügliches Nachtessen.
Samstag Morgen wurde durch die sehr kurvige Region von Jagst, Brettach und Kocher gestartet. Deren Läufe haben die Landschaft so intensiv geschnitten, dass sich unwiederbringlich nichts mehr begradigen lässt. Viele übertriebene Kirchenbauten säumten den Weg.
Unterwegs ein Halt bei den Skulpturen der „Asphalt-Welle“ und des wegschleudernden „Manta“ für Foto-Stop, ging es weiter zur Werkstatt des Waldmichls Holdi, auch bekannt als der „Dildo-King des Odenwald“. Führung und Demonstration ihrer einzigartigen Erzeugnisse: wir lieben Handarbeit.
Kurvig weiter über den Krähberg, früher Austragungsort des gleichnamigen Krähbergrennen, nach Michelstadt für einen entspannten Mittagstop direkt am historischen Marktbrunnen.
Bei einen kleinen Rundgang durch das mittelalterliche Städtlein entdeckten wir den Naschgarten, wo sich die eine oder andere Süsse wie saure Frucht pflücken liess.
Nach Abstecher über den Bienenmarkt zog es uns nochmals kurvig weiter, wie der Odenwald Richtung Frankfurt langsam ausläuft. Ein Stop kurz vor unserem Tagesziel: wir parkten an der Hurenschneise und besuchten das Luftbrückendenkmal beim Frankfurter Flughafen.
Als Einstieg in den Taunus am Pfingstsonntag wählten wir Idstein. Nicht auf gerader Linie ging es zur Burg Hohenstein. Dort begegneten wir hübschen barbusigen Burgfräulein und erlebten die Vorbereitungen zum kommenden Festspiel Sommer live.
Nächster betörender Punkt war der Loreley-Felsen, wieder zahlreiche Kurven und Bergpassagen entfernt. Die Figur ist sehr liebreizend und sie hat die Haare schön.
Mittels Fähre setzten wir über den Rhein und gelangten nach knackigen Anstieg zum Günderodehaus. Es ist einer dieser Orte, welcher Entspannung und Harmonie sofort erleben lässt.
Ein paar Serpentinen später querten wir nochmals den Rhein per anderer Fähre. Es ging zum Niederwalddenkmal und Niederwaldtempel. Ein äusserst belebter Ort am heutigen Tag und starker Kontrast zum Günderodehaus. Doch ein kurzer Regenschauer liess die vielen Leut die Flucht ergreifen und der Ort Deutschen Nationalbewusstseins konnte für einen Moment nur durch sich selbst wirken.
Abschluss fand der Tag im Mainod, einem feinen Restaurant-Schiff auf dem Main vertäut. Und dann ging es schliesslich wieder mit dem Lift aufs Zimmer – mitsamt unseren Cabrio.
Pfingst-Montag zog es uns nach dem Abfahrt unserer Cabrio mit dem Lift und Checkout nach noch etwas mehr an «Geschmäckle». In Bad Weilbach hat es eine Schwefelbrunnen und eine Natron-Lithion-Quelle. Letztere schmeckt deutlich angenehmer, dafür war an ersteren ein Brunnenfest mit samt Bier-Stand des Allgäuer Brauhaus vertreten. I ❤️ Allgäu!
Nächstes Ziel: in den Bergen des Taunus der Atzelbergturm, Version 4.0. Er garantiert einen atemberaubenden Ausblick über fast den gesamten Taunus.
Doch nicht nur zu den Römern und Germanen gab es etwas zu erfahren. Auch ein kleiner Exkurs zur Gründung von Automobil-Rundstreckenrennen als solche, der FIA – Weltverband des Automobilsport – und des Mercedes Motorsport-Engagement überhaupt, ebenda: der Gordon-Bennett-Cup um Bad Homburg legte 1904 für alles das den Grundstein.
Start und Ziel des 128 km langen und viermal zu durchfahrenden Rundkurses im Taunus war nahe dem Kastell Saalburg, einem weiteren Prestigeobjekt Wilhelms, wo auch die kaiserliche Zuschauer-Tribüne errichtet wurde. Das Gewinnerfahrzeug, ein französischer Richard-Brasier, war ein Cabrio!
Hier trennten sich unsere für 3 Tage gemeinsam beschrittenen Wege wieder und wir verabschiedeten uns zur Heimfahrt.
Unser Spiel für die lustigen Abende der kommenden Touren-Saison: «Holz vor der Hüttn» – ein Memory von Obacht – Der Laden für Heimatgefühl.
«Balkonien» der besonderen Art. Genießen Sie die Aussicht! Hier wird man(n) Experte fürs echte „Holz vor der Hüttn“. Resi, Zenzi oder Annamirl….? 36 Kartenpaare mit Dirndl Dekolletés schöner Münchnerinnen zum Entdecken, Merken und Sammeln.
Die Spielerin / der Spieler mit den meisten Kartenpaaren gewinnt! Was – das lass‘ Dich überraschen. Mei is des schee!
Heute vor 3 Jahren ging die Ukraine nach ersten Schock in einen Überlebenskampf. Unterstützung-Kampagnen, geführt von den Ukrainischen Botschaften, wurden organisiert, mit den allernotwendigsten Hilfen eine Unterstützung der Verteidigung und Linderung der Not in der Bevölkerung begonnen.
Damals organisierten wir spontan eine erste Sammlung von medizinisch wertvollen Hilfsgütern gemäss einer von der Botschaft zusammen gestellten Liste dringend benötigter Ausrüstung: Kompressen, Wundversorgung, Medikamente, …. Wir sind stolz darauf, so schnell und unkompliziert Hilfen im Wert eines stattlichen Betrags sammeln und für die Ukraine transportieren zu können.
Seit dieser Zeit haben wir immer wieder auf unseren Touren angefallene Überschüsse für Hilfswerke der Ukraine spenden dürfen.
Wir hoffen, dieser Krieg findet bald ein gerechtes Ende, auch wenn das unsägliche Leid, welcher er verursacht hat, wohl kaum verschwinden und nicht so schnell vergessen wird.
Eines Tages möchten wir gerne in Frieden in die Ukraine reisen. Es ist ein wundervolles Land mit wundervollen Menschen.
Vor 30 Jahren tobte die DTM in Singen. Das «Monaco der Schwäbischen Alb» lobte die Presse ein für fünf Jahre ausgetragenes Spektakel. Grund genug für eine Sonderausstellung im MAC – Museum Art & Cars, welche die Geschehnisse und Atmosphäre mit Geschichten und Exponaten einzufangen vermochte. Grund genug für uns, sie in einen Sunset Drive zu besuchen.
Auch die anderen Bereiche des MAC 2 besuchten wir noch einmal, etwa die Sonderausstellung Mythos Ferrari und James Francis Gill’s «60 Jahre Women in Cars«.
Was heute noch von der Alemannenring Rennstrecke auf öffentlichen Grund durch das Industriegebiet von Singen zeugt, ist die gleichnamige Kartbahn. Deren Inhaber war damals beim Rennen wie heute bei der Eröffnung eingebunden und engagiert. Die Bahn zeigte sich jedoch kurzfristig und ausser Plan geschlossen.
Kurzfristig wussten unsere Begleiter um eine angenehme Location in Singen, in der wir gemütlich unseren Austausch fortsetzen konnten, bevor es zum feinen Abendessen am Ufer des Bodensee ging: direkt neben dem Bora Hotel und Spa, das vorzügliche Restaurante La Oliva in Radolfzell.
wir haben es bereits geschafft, die Tage werden wieder länger, Dunkelheit vergeht mit jeden Tag ein wenig mehr. Das lässt auf eine neue Saison voller schöner Ausflugs-Abenteuer frohlocken.
Vorerst wünschen wir euch jedoch Frohe und Freudige Festtage, sowie einen Guten Rutsch in das Neue Jahr. Kommt gut an!
Vom letzten Kinky am Arlberg hatten wir die Silvretta Bielerhöhe auslassen müssen. Der Weg war uns sowohl durch den grossen Erdrutsch am Arlberg und auch auf der Hochalpenstrasse selbst versperrt. Durch eine Laune im Herbstwetter eröffnete sich eine Möglichkeit zum Nachholen.
Start war von der Hohen Lust in Lutzenberg weg, zuerst zum Aufwärmen über das Appenzell. Aufwärmen im doppelten Sinn, denn nicht nur das Auto konnte sich anwärmen und die Reifen einen Grip entwickeln. Auch der Silvretta wurde so nach den kalten Nächten zuvor noch etwas Zeit zum Aufwärmen gegeben.
Kinky Mountains 2024/10 – 219 km, 5655 m im Anstieg, 2043 m höchster Punkt
Im Appenzell passierten wir das erste St. Anton der Strecke. Ein wunderschöner Höhenzug auf über 1000 m Höhe, welcher einen ersten atemberaubenden Blick über das Alpenrheintal in die Bergwelt des Bregenzer Waldes preisgab.
Bald ging es über viele Kurven wieder hinunter, immer mit dem Ziel des Tages vor Augen.
Wieder passierten wir den Hirschsprung, eine sonderbare Lücke im letzten Felswall vor der Rheinebene.
Dann ging es schon hinüber und via Feldkirch Richtung Montafon. Einen kleinen Abstecher nahmen wir noch über die Strecke via dem Bazul, eine hübsche Variante zur eintönigen Landesstrasse im Tal. Es folgt das zweite St. Anton – Beititel: im Montafon.
Doch schliesslich standen wir hinter dem Eingang der Silvretta Hochalpenstrasse und machten uns parat für den Anstieg.
Auf einem kurzen Stück sieht man den grossen Felssturz, welcher die Strasse über den Sommer lahm gelegt hat. Erst vor einen Monat konnte ein Provisorium erstellt werden, welches den Verkehr dort hindurch lenkt. Die Stelle ist mit Ampeln und automatischer Überwachung gesichert, welche die Strecke im Fall neuer Bewegung sofort schliesst. Der Hang ist immer noch in Bewegung. Riesige Brocken liegen direkt an der behelfsmässigen Strasse.
Danach taucht man wieder in die Welt wilder Kurven und rauher Natur in Form eines ersten Schnee.
Diese Jahreszeit ist ideal, um den Lieblingen auch mal den Schnee zu zeigen, mit ihnen Schnee zu erleben. Er ist frisch, weiss und pur. Die Sonne strahlt nur so darin.
In den Bergen gibt es kein Salzeinsatz – er würde viel zu schnell weg gespült und ausserdem sind wir in einem Wasser- und Naturschutzgebiet. Unten ist aber alles noch grün. Von Salzgefahr also keine Spur, so dass man unbeschwert auch mit besonderen Schätzchen dieses wunderbare Naturspektakel erleben kann.
Bei der Bielerhöhe legen wir unterhalb der oberen Staumauer einen kleinen Fotostop ein. Über den Pass gehen wir danach zuerst direkt drüber ohne anzuhalten, entgehen damit dem gröbsten Mittagsrummel und fahren vorerst nach Galtür ab. Mit dem Ticket der Hochalpenstrasse kommt man am gleichen Tag beliebig oft wieder rein.
In Galtür besuchen wir das Alpinarium. Ein Ausstellungs-Raum, gebaut in die Lawinen Schutzmauer nach dem verheerenden Jahr 1999. Die Ausstellung ist erfrischend modern und lebendig, eine echte Bereicherung und Inspiration aus und über Galtür. Man spürt den Geist der Galtürer, sei es vor Ort oder wenn es sie in die weite Welt gezogen hat, wie sie erst Waren, später im Krieg Menschen schmuggelten, doch dabei nie gross darüber redeten.
Im Kugelkoordinatenraum verlieren wir uns in die Unendlichkeit und werden nochmal unserem Thema – Kinder des Lichtes – gewahr.
Auch der Dazwischenraum gibt ein magisches Spiel mit Licht und Reflexionen. Eine Telefon lässt mit dem Vernagtferner Gletscher im Ötztal verbinden – die Telefonnummer lautet +43 5254 300 89. Das geht auch von daheim.
Von der Dachterrasse hat es einen eindrucksvollen Blick in die umgebenden Bergketten, wie sie eben auch bedrohlich sein können. Dieses Gefühl zu spüren, das gibt’s nur dort.
Doch noch einmal fahren wir zur Bielerhöhe hinauf. Kinder des LIchtes – wir besuchen den Lichttunnel an der Staumauer, Teil des Projektes KunstRaumBerg – Kunst und Kultur auf 2032 m.
So engagiert und beherzt die Kunstprojekte laufen, der gewaltigen Bergkulisse können sie nie das Wasser reichen.
Apropos Wasser: die Staumauer ist gleichzeitig Kreuzungspunkt der Grossen Europäischen Wasserscheide. Being Moses – dort wo sich das Wasser teilt.
Langsam steht die Sonne tief, ein paar Wolken verschleiern sie, es wird kalt. Zeit für uns, wieder hinab zufahren.
Wir verzichten nun auf ein drittes St. Anton, das am Arlberg, und nehmen lieber nochmals den besonders kurvigen Teil der Hochalpenstrasse, direkt zurück in das Montafon.
Auf dem Weg beschliessen wir spontan, Kindheitserinnerungen von vor 50 Jahren wieder aufleben zu lassen. Also biegen wir zum Schluss in das Brandnertal ein. Besonders Farbenprächtig sind dort die Felswände des Zimba, erst recht in den intensiven Farben des Herbstes.
Nach Visite des Talendes mit der Bergbahn auf den Lünersee
besuchen wir die Alpen Tenne in Brand für ein ausgesprochen leckeres Abendessen. Sie geben an dem Abend, wie ganz viele Wirtschaften dort, die Finiere. Bis zum Start der Skisaison Mitte Dezember ist dann zu.
Es bildet den würdigen Abschluss auch für uns und diese Tour. Wir fahren wieder heim.